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TOP 10 Dinge, die Deutsche von Thailand lernen können

Insider & Meinung 20. September 2019 6 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 18. September 2026
Dinge, die Deutsche von Thailand lernen können – Symbolbild von Koh Samui

Auf Koh Samui lernt man schnell: Es ist nicht immer nur der Westen, der etwas zu vermitteln hat. Diese Liste ist eine subjektive Beobachtungssammlung aus dem Alltag hier – keine wissenschaftliche Kulturstudie, und natürlich trifft nicht jeder Punkt auf jeden Deutschen oder jeden Thailänder zu. Wer lieber direkt mit gängigen Klischees über Thailand aufräumen möchte, wird in unseren Top 10 Vorurteilen über Thailand fündig. Hier geht es dagegen um die Dinge, bei denen wir ehrlich sagen: Chapeau, das machen die Thais besser.

#10 Die Popo-Dusche (Bum Gun)

Ja, das gehört wirklich in jede solche Liste: In so gut wie jedem thailändischen Bad hängt neben der Toilette ein kleiner Schlauch mit Handbrause, umgangssprachlich "Bum Gun" oder "Arschbrause" genannt. Wer sie einmal benutzt hat, empfindet reines Toilettenpapier danach oft als unzureichend – das berichten sehr viele Reisende und Auswanderer übereinstimmend. Eine Studie dazu gibt es nicht, aber die Handbrause gehört in Thailand vom einfachen Guesthouse bis zum Resort zur Standardausstattung. Empfehlung: Einfach ausprobieren, bevor man urteilt.

#9 Schnelle, pragmatische Lösungen

Wie pragmatisch viele Thais mit Problemen umgehen, überrascht Besucher immer wieder. Situationen, die in Deutschland erst ausgiebig besprochen und dokumentiert würden, werden auf Koh Samui oft einfach angepackt. Einen Roller über ein schmales, wackliges Holzbrett aufs Fährboot fahren, statt lange zu überlegen? Für viele hier Alltag. Empfehlung: Nicht jede Lösung muss kompliziert sein – manchmal reicht einfach machen.

#8 Das mobile Internet

Ein Klischee, das sich sogar mit Zahlen belegen lässt: Im Speedtest Global Index von Ookla lag die mediane mobile Downloadgeschwindigkeit in Thailand im März 2026 bei rund 138 Mbit/s, in Deutschland bei rund 75 Mbit/s. In touristisch erschlossenen Gebieten und auf den meisten Inseln ist das mobile Netz entsprechend schnell und mit günstigen Prepaid-Tarifen auch preiswert. In abgelegenen Bergdörfern oder dichtem Dschungel kann der Empfang trotzdem schwächer sein – gut ist das Netz, aber nicht überall perfekt. Empfehlung: Genieße das schnelle mobile Netz, wo es verfügbar ist, aber verlass dich auf abgelegenen Inseln nicht blind darauf.

#7 Gesunde Ernährung

Warum viele Thais jünger wirken, als sie tatsächlich sind, lässt sich schwer in einer Studie belegen – das bleibt eine subjektive, wenn auch häufig geteilte Beobachtung. Bei der Ernährung gibt es zumindest Zahlen: Laut WHO lag der Anteil adipöser Erwachsener in Thailand 2022 bei rund 15 Prozent, in Deutschland waren es laut Mikrozensus 2025 knapp 18 Prozent bei insgesamt gut der Hälfte der Erwachsenen mit Übergewicht. Der Unterschied ist real, aber kleiner, als es der Mythos von der durchgehend schlanken Thai-Bevölkerung vermuten lässt. Die frische, gemüse- und kräuterreiche Küche mit vergleichsweise kleinen Portionen dürfte trotzdem ein Faktor sein – mehr dazu in unseren Top 10 Thai-Gerichten. Empfehlung: Öfter mal Thai oder generell asiatisch kochen (lassen).

#6 Weniger kleinkariert – aber nicht bei allem

Nicht jede Kleinigkeit muss zur Grundsatzfrage werden – dieses Prinzip beherrschen viele Thais im Alltag besser als wir. Ein falsch geparktes Fahrrad, ein informell gelöstes Nachbarschaftsproblem, ein Auge zugedrückt bei einer Bagatelle: Der gesunde Menschenverstand gewinnt hier häufiger als in Deutschland, wo Regeln gerne bis ins letzte Detail durchdekliniert werden. Wichtig ist die Abgrenzung: Das gilt für Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Alltag. Bei Verkehrssicherheit, Drogen oder der in Thailand sehr ernst genommenen Majestätsbeleidigung hört der Spaß auf – auch und gerade für Touristen. Empfehlung: Im Kleinen entspannter sein, bei ernsten Themen die lokalen Gesetze konsequent respektieren.

#5 Den heutigen Tag leben

Ständiges Grübeln über das, was war oder noch kommen könnte, ist in Thailand deutlich seltener zu beobachten als in Deutschland. Diese Gelassenheit gegenüber dem Moment – oft mit "mai pen rai" ("macht nichts", "ist schon okay") umschrieben – hängt sicher auch mit dem im Alltag präsenten Buddhismus zusammen. Empfehlung: Öfter mal tief durchatmen, Vergangenheit und Zukunft kurz ausblenden und den Moment genießen.

#4 Viel weniger meckern

Über Dinge zu meckern, die man ohnehin nicht ändern kann, kostet vor allem eins: Energie. Genau die investieren viele Thais lieber in etwas Sinnvolleres. Ob das immer gelingt, sei dahingestellt – als Eindruck aus dem Alltag auf Koh Samui stimmt die Beobachtung aber auffallend oft. Empfehlung: Weniger meckern, mehr machen.

#3 Hilfsbereiter handeln

Die im Buddhismus verankerte Idee von "tham bun" – Gutes tun, um karmisch etwas zurückzubekommen – prägt den Alltag in Thailand spürbar. Ob Roller-, Auto- oder Geldverleih unter Nachbarn oder einfach das kurz ausgeliehene Handy an der Rezeption: Die Hemmschwelle, andere um Hilfe zu bitten oder selbst zu helfen, ist niedriger als in Deutschland. Wer den buddhistischen Wurzeln dieser Mentalität näherkommen möchte, findet einen guten Einstieg bei einem Tempelbesuch auf der Insel, etwa mit dieser Tagestour:

Thai Tempel Tour Inselrundfahrt Koh Samui Ganztags Tempel Exkursionab 1.900 THBThai Tempel Tour Inselrundfahrt Koh Samui Ganztags Tempel Exkursion5,00 aus 9 Bewertungen

Die schönsten Anlagen der Insel stellen wir außerdem in den Top 10 Tempeln auf Koh Samui vor. Empfehlung: Öfter Hilfe anbieten, ohne sofort eine Gegenleistung zu erwarten.

#2 Arbeiten, um zu leben

Der Unterschied zwischen "Arbeiten, um zu leben" und "Leben, um zu arbeiten" lässt sich auch an Zahlen festmachen – nur nicht ganz so, wie man zunächst vermuten würde. Der gesetzliche Mindesturlaub in Thailand liegt bei sechs Tagen pro Jahr nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit, die gesetzliche Höchstarbeitszeit bei 48 Stunden pro Woche mit einem freien Tag. In Deutschland sind es gesetzlich mindestens 20 Arbeitstage Urlaub bei einer Fünf-Tage-Woche (in der Praxis meist 25 bis 30), bei einer tatsächlichen Arbeitszeit von im Schnitt rund 40 Stunden pro Woche in Vollzeit. Auf dem Papier arbeiten viele Menschen in Thailand also mehr und haben weniger geschützten Urlaub – schaffen es aber auffallend oft, nach einem langen Arbeitstag noch Zeit mit Freunden zu verbringen, statt den Feierabend komplett der Erholung fürs nächste Arbeiten zu opfern. Empfehlung: Ordne die Arbeit deinem Leben unter, so gut es dein Arbeitsvertrag zulässt – und nutze deinen (in Deutschland meist großzügigeren) Urlaubsanspruch auch wirklich.

#1 Viel mehr lächeln!

Das Klischee vom "Land des Lächelns" ist im Alltag auf Koh Samui gut nachvollziehbar. Ob beim Bäcker, an der Rezeption, im Songthaew oder im Corner-Shop: Ein Lächeln als Standardreaktion begegnet einem hier spürbar häufiger als in vielen Regionen Deutschlands. Das heißt nicht, dass in Deutschland niemand lächelt – aber im direkten Vergleich fällt der Unterschied vielen Reisenden nach der Landung sofort auf. Empfehlung: Lächle öfter zurück. Es kostet nichts und wirkt überraschend ansteckend.

Häufige Fragen

Ist die Popo-Dusche in Thailand wirklich überall Standard?

In den allermeisten Bädern – vom einfachen Guesthouse bis zum Hotel – hängt ein kleiner Schlauch mit Handbrause neben der Toilette. Verlassen kannst du dich trotzdem nicht überall darauf: In sehr einfachen Unterkünften oder auf manchen öffentlichen Toiletten fehlt sie gelegentlich.

Muss man sich in Thailand mit dem Wai begrüßen?

Nein, von Touristen wird das nicht erwartet. Höflicher als ein eigener, möglicherweise falsch ausgeführter Wai ist meist ein freundliches Lächeln mit leichtem Kopfnicken. Wird dir jedoch ein Wai entgegengebracht, gilt es als unhöflich, ihn nicht zumindest kurz zu erwidern.

Ist Trinkgeld in Thailand üblich?

Eine feste Trinkgeldkultur wie etwa in den USA gibt es traditionell nicht, hat sich durch den Tourismus aber vielerorts etabliert. In besseren Restaurants ohne ausgewiesene Servicegebühr sind rund 5 bis 10 Prozent üblich, in einfachen Lokalen reichen oft 10 bis 40 Baht. Steht bereits eine Service Charge auf der Rechnung, ist alles Weitere freiwillig.

Warum ist das mobile Internet in Thailand oft schneller als in Deutschland?

Laut Speedtest Global Index von Ookla lag die mediane mobile Downloadgeschwindigkeit in Thailand im März 2026 bei rund 138 Mbit/s, in Deutschland bei rund 75 Mbit/s. Ein Grund ist der spätere, dafür aber sehr konsequente Ausbau moderner Mobilfunknetze in Thailands Ballungs- und Touristenregionen bei gleichzeitig hoher Smartphone-Nutzung.

Wer mehr über gängige Klischees und wie viel Wahrheit tatsächlich darin steckt erfahren möchte, wird in unseren Top 10 Vorurteilen über Thailand fündig. Die kulinarische Seite der Insel zeigen die Top 10 Thai-Gerichte, und wer dem Buddhismus vor Ort näherkommen möchte, findet die schönsten Anlagen in den Top 10 Tempeln auf Koh Samui.

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